Liparische Inseln

Italien

11.04.2018 - 19.04.2018

8 tage Reisedauer
Programm-Reisen Reiseart
4 Sterne Hotel
ab 2.490,- € Preis

Details zur Reise

Die Bayern 2 radioReisen öffnen Ihnen Türen zu persönlichen Begegnungen, die anderen Besuchern verschlossen bleiben: Wir machen einen Kochkurs auf Lipari, treffen einen Slow-Food-Bauern auf Salina und beobachten einen Ausbruch des Stromboli. Dabei erleben wir die Liparischen Inseln im Frühjahr, wenn sie ruhig sind und in voller Blüte stehen.

Mit dabei, Ihre Insel-Kenner: Andreas Pehl (radioReisen-Reporter) & Peter Amann (Studiosus-Reiseleiter)

Ihre Reisestationen

Anreise nach Sizilien, Sprung auf die Liparischen Inseln

Individuelle Anreise zum Flughafen München. Morgens nonstop-Flug mit Lufthansa von München nach Catania (Flugdauer ca. 2 Std.). Am Vormittag landen wir an der Ostküste Siziliens zu Füßen des höchsten aktiven Vulkans Europas. Die imposanten Flanken des Ätna zur Linken, die Meerenge von Messina zur Rechten, fahren Sie nach Milazzo. Von dort setzen wir mit dem Schiff nach Lipari über. Am Nachmittag lernen wir bei einem ersten Spaziergang Lipari kennen, unser Zuhause für die nächsten Tage. Abendessen im Hotel, einer ehemaligen Adelsvilla aus dem 18. Jahrhundert, wenige Schritte von der Marina Corta.
radioReisen-Reporter Andreas Pehl und Reiseleiter Peter Amann stimmen Sie auf die kommenden Erlebnisse ein und teilen faszinierende Hintergründe zur Geschichte und Geologie des Archipels.

Lipari – die Vielgestaltige

Der Ausflug auf den Burgberg von Lipari ist eine Reise durch die Jahrtausende. Schon vor 7500 Jahren wurde hier der schwarze Obsidian abgebaut und zu scharfen Klingen verarbeitet. Das Archäologische Museum birgt eine Fülle interessanter Funde: steinzeitliche Zeugnisse, Schätze aus der Bronzezeit und eine einzigartige Sammlung griechischer Terrakotta-Figuren. Zur Zeit des Faschismus wurden Regimekritiker nach Lipari verbannt. In den ehemaligen Gefängniszellen finden heute Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst statt. Am Nachmittag erkunden wir das bäuerliche Hinterland der Insel, halten Ausschau nach den sechs Schwesterinseln und machen uns auf die Suche nach Bims und Obsidian.
Andreas Pehl und Peter Amann nehmen uns mit zu Marisa, einer Meisterin sizilianischen Naschwerks. Bei einem Backkurs weiht sie uns in die Welt der Dolci (Süßigkeiten) ein. Mit ihrem Mann Giacomo serviert sie uns anschließend ein typisch liparotisches Abendessen, dazu gibt es natürlich Inselwein.

Vulcano – die Duftende

Auf einer kurzen Bootsfahrt erreichen wir die Nachbarinsel Vulcano. Sie empfängt uns mit Schwefelgeruch und Ginsterduft. Der alles beherrschende Gran Cratere ist ein Vulkan wie aus dem Bilderbuch. Lohn des nicht allzu mühevollen Aufstiegs (280 m auf/ab, 2 Std., mittel) sind himmelweite Panoramen und Blicke in den Kraterschlund. Am Meer laden heiße Quellen und Schwefelfango zum Bad.
Andreas Pehl stellt uns Fabrizio vor, den einzigen Käser des Archipels. Zur Stärkung probieren wir seine Bio-Schaf- und Ziegenkäse. Jetzt im Frühling, wenn die Weiden voll aromatisch blühender Kräuter stehen, schmecken sie besonders gut.
Auf der Fahrt zurück nach Lipari erkunden wir die Westküste, reich an Meeresgrotten, und umrunden die bizarr zerklüfteten Faraglioni, Reste alter Vulkanschlote im Wasser. Am Abend entscheiden Sie selbst, in welcher der vielen Trattorien Sie es sich schmecken lassen.

Panarea – die Verführerische

Vormittags verlassen wir Lipari und machen auf dem Weg nach Stromboli Halt auf Panarea. Im Hochsommer elitäres Refugium der italienischen Schickeria und Ankerplatz für Millionärsjachten, erleben wir die kleinste Insel des Archipels als ein Naturjuwel. Bei einem Rundgang (40 m auf/ab, 1,5 Std., einfach) erreichen wir das Capo Milazzese mit den Resten eines bronzezeitlichen Dorfes. Dann heißt es Leinen los. Wir nehmen Kurs auf Stromboli, dessen kegelförmige Silhouette magisch aus dem Meer aufsteigt. Dampfexplosionen aus den Gipfelkratern begleiten die Fahrt. Der Vulkan ist seit Jahrtausenden daueraktiv, antiken Seefahrern diente er als Seezeichen. Auf Stromboli wird unser Gepäck auf eine Ape verladen, wir erreichen das Hotel zu Fuß.
Andreas Pehl und Peter Amann führen uns durch den Ort, den Rossellinis Film »Stromboli« mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle weltberühmt gemacht hat. Davon lässt sich hier jedoch niemand aus der Ruhe bringen, die Insel lädt zur Tiefenentspannung ein. Nach einer Siesta steigen wir noch einmal ins Boot und können das Spektakel der Ausbrüche in der Dämmerung vom Meer aus bewundern.

Stromboli – die Explosive

Ausschlafen, durch die Gassen bummeln, den Fischern bei der Arbeit über die Schultern schauen und dann vielleicht mitkommen zu einer Bootsfahrt um die Insel (ca. 25 €, wetterabhängig, buchbar vor Ort). Unterwegs machen wir Halt in Ginostra, einem abgeschiedenen Dorf mit knapp 30 ständigen Einwohnern an der aussichtsreichen Westküste, nur über das Meer zu erreichen. Für Lastentransporte und die Müllabfuhr werden Esel eingesetzt.
Gianluca, Journalist und Insulaner, betreibt hier einen kleinen Lebensmittelladen und ist ein unerschöpflicher Quell lokaler Notizen. Später besteht die Möglichkeit vom Hauptort aus entweder in Begleitung eines autorisierten Vulkanführers zu den aktiven Kratern aufzusteigen (900 m auf/ab, 5 Std., anstrengend, ca. 30 €, buchbar vor Ort) oder zu einer einfachen, aussichtsreichen Wanderung (100 m auf/ab, 1,5 Std., einfach) Richtung Sciara del Fuoco aufzubrechen. Von einem alten Marineobservatorium genießt man ebenfalls einen famosen Blick auf die aktiven Krater und erlebt die Feuerfontänen in der Nacht.

Salina – die Ehrliche

Wir verlassen die schwarze Insel und steuern das grüne Salina im Südwesten an. Quartier beziehen wir in Lingua, wo früher in einem Lagunensee Salz gewonnen wurde. Im stillen Wasser, Rastplatz für Zug- und Wasservögel spiegelt sich der dicht bewachsene Monte Fossa delle Felci, mit 962 m der höchste Gipfel des Archipels. Nach einem Bauern-Imbiss machen wir uns auf, das fruchtbare Salina zu erkunden. Längst werden wieder Malvasia-Reben in exzellenter Qualität angebaut und Feinschmecker aus aller Welt schätzen die Salina-Kapern. Mit dem Bus erreichen wir die Bucht von Pollara, in der einige der schönsten Szenen des »Postino« gedreht wurden.
In Leni nimmt uns Andreas Pehl mit zu Salvatore D’Amico, Biobauer und engagierter Vertreter der Slow-Food-Bewegung. Er produziert biologisch angebaute Kapern, Honig, Wein und Olivenöl. Das alles verkosten wir und erfahren nebenbei viel über das Leben auf der Insel.

Filicudi – die Zeitlose

Unser Skipper Simone holt uns in Lingua ab und bringt uns nach Filicudi, ein Kleinod mit charmant-herbem Charakter. Die Insel ist ein Refugium von Künstlern.
radioReisen-Reporter Andreas Pehl nimmt uns mit zu seiner Bekannten Adelaide, die eine Künstlerin am Herd ist. Adelaide hat ihrer Mutter ein zauberhaftes Koch- und Erinnerungsbuch gewidmet und pflegt die traditionelle Küche. Im Frühjahr verarbeitet sie neben Meeresfrüchten vor allem frisches Wildgemüse. Wir helfen mit beim Kochen unseres Mittagmahls und plaudern währenddessen.
Adelaides Restaurant ist auf einem schönen alten Treppenweg zu erreichen (160 m auf/ab, 2 Std., einfach-mittel), wer möchte, erreicht es auch per Auto. Zurück auf Salina serviert uns am Abend unser Patron frisch gefangenen Fisch.

Die Meerenge von Messina

Wir nehmen Abschied von der wunderbaren Inselwelt und kehren nach Sizilien zurück. Diesmal fahren wir am Stretto di Messina nicht vorbei, sondern steuern das Capo Peloro an. Mit den Füßen im Dünensand stehen wir an der schmalsten Stelle der mythischen Meerenge, die kalabrische Küste zum Greifen nah. Im nahen Messina wurde Renato Accorinti als führender Aktivist der Bewegung »No al Ponte« (Nein zur Brücke) zum Bürgermeister gewählt. Szenenwechsel: Unsere Reise endet, wo sie begonnen hat, am Fuße des Ätna. Die schwarze Barock- und Unistadt Catania vibriert. Wiederholt wurde sie von der Lava verschüttet, von Erdbeben zerstört, jedoch immer wieder aufgebaut. Römisches Theater, Stauferkastell, barocke Festkulissen, Opernhaus und Jugendstilkioske, in denen frisch gepresste Zitronenlimonaden ausgeschenkt werden: Wir stürzen uns ins pralle Leben und setzen uns noch einmal gemeinsam zu Tisch in einem angesagten Slow-Food-Ristorante.

Arrivederci, Sicilia!

Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen und nonstop-Flug mit Lufthansa von Catania (Flugdauer ca. 2:15 Std.) nach München. Individuelle Heimreise.

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